Klimaschutz
in Baden-Württemberg

Heimische Natur und Landschaft stärken

Baden-Württemberg besitzt beeindruckende Naturgebiete und abwechsungsreiche Landschaften. Wälder, Seen, Moorlandschaften, Biosphärengebiete oder Streuobstwiesen sind nicht nur schön anzusehen und nützlich für die Bewirtschaftung, sondern auch ein wichtiger Partner im Kampf gegen den Klimawandel. Insbesondere Wälder und Moore binden langfristig einen Großteil der Treibhausgasemissionen aus der Luft und begrenzen damit die globale Erderwärmung auf natürliche Weise.

Durch den anthropogenen Klimawandel, aber auch durch andere externe Einflüsse, ist die heimische Natur immer stärker bedroht und wir verlieren auf regionaler Ebene eine wichtige Verbündete im Kampf gegen die Klimakrise. Bestehende Naturlandschaften müssen deshalb entschieden geschützt und neue naturbasierte CO2-Senken geschaffen werden.

Klima- und Naturschutz mit Bergwaldprojekt e.V.

Durch die trockenen Sommer der Jahre 2018 bis 2022 sind in Deutschland über 500.000 Hektar Wald (rund 5 % der Waldfläche) verloren gegangen. Vom Waldsterben sind insbesondere labile Fichten- und Kiefernmonokulturen betroffen. Die Wiederherstellung verlorener und die Stabilisierung labiler Waldökosysteme ist eine notwendige Arbeit zum Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen, damit die wichtigen Schutzfunktionen der Wälder für Wasser, Boden, Artenvielfalt und Klima langfristig erhalten bleiben. Gemeinsam mit unserem Partner Bergwaldprojekt e.V. widmen wir uns dieser wichtigen Aufgabe. Über die Naturprämie - einen zusätzlichen finanziellen Beitrag zur Kompensationszahlung - unterstützen Sie Bergwaldprojekt e.V. und verbinden so klimawirksame CO2-Kompensation im globalen Süden mit aktivem Klimaschutz in Baden-Württemberg.

Projekt Baden-Baden: Förderung wichtiger Waldfunktionen

Der Stadtwald Baden-Baden ist mit 7.378 ha der größte Kommunalwald Baden-Württembergs. Vom Stieleichen-Mischwald in der Rheinebene bis zum montanen Buchen-Tannenwald in den Höhenlagen des Schwarzwaldes sind viele verschiedene Waldgesellschaften vertreten. Ein Drittel der Fläche wird durch den Bergmischwald mit den Baumarten Weißtanne, Rotbuche und Fichte geprägt.

Durch das historische Verflößen großer Holzmengen und die damit einhergehende Übernutzung der Waldbestände wurde der ursprünglich hohe Anteil der Weißtanne stark reduziert. Im Gegensatz zur Fichte kommt die Weißtanne aufgrund ihres tief in den Boden reichenden Pfahlwurzelsystems mit Trockenheit als Folgen der klimatischen Veränderungen besser zurecht.

Ein wichtiges Ziel für die Stabilisierung des Waldes ist es deshalb, den Anteil der Weißtanne langfristig zu erhöhen. Im Rahmen der naturnahen Waldbewirtschaftung erfolgt die Pflanzung junger schattentoleranter Weißtannen unter labilen Altfichtenbeständen. Dies stellt den ersten Arbeitsschritt zur Förderung der stabilen und naturnahen zukünftigen Buchen-Tannenwälder dar. Um das Anwachsen junger Tannen zu sichern, ist neben einer beständigen Pflege auch ein ökologisches Jagdmanagement notwendig.

Insbesondere naturnahe und alte Waldbestände mit den Leitbaumarten Rotbuche und Weißtanne sind ausschlaggebend für den langfristigen Trinkwasser-, Hochwasser-, Boden- und Klimaschutz.

Projekt Feldberg: Erhalt der Artenvielfalt

Die Feldbergregion ist eines der beliebtesten Ausflugsziele in der Region und gleichzeitig Lebensraum für viele seltene Tier- und Pflanzenarten, zu deren Schutz bereits 1937 das heute 4.226 Hektar große Naturschutzgebiet Feldberg ausgewiesen wurde. Seit ca. 1.000 Jahren bewirtschaftet der Mensch die Höhenlagen des Feldbergs. Die waldfreien Feldbergkuppen und lichten Waldweiden sind durch die Nutzung und Abholzung des Waldes zur Gewinnung von Holzkohle, Bauholz und Weideland entstanden. Viele der alpinen Pflanzen und Tiere haben sich deshalb in den waldfreien Arealen mit Höhen von bis zu 1.494 m ü. NN ausgebreitet und vermehrt. Gefährdete Arten wie das Auerwild, der Zitronenzeisig und Borstgräser finden hier eine Nische zum Überleben.

Insbesondere durch den Wegfall der historischen Weidewirtschaft und der intensiven Holznutzung setzt auf dem Feldbergplateau die natürliche Wiederbewaldung (Sukzession) ein. Mit gezielter Beweidung wird dem hölzernen Bewuchs entgegengewirkt, allerdings ist eine zusätzliche händische Entfernung junger Bäume in steilem Gelände zum Erhalt des einzigartigen Biotops notwendig. Neben Natur und Wald wird auch das in den Hochlagen des Schwarzwaldes vorkommende Auerwild durch die gezielten Biotoppflegemaßnahmen geschützt.

So funktioniert die Naturprämie

Mit dem Angebot der Naturprämie bietet die Klimaschutzstiftung BW die Möglichkeit, globales Engagement mit regionalem Umweltnutzen in Baden-Württemberg zu kombinieren. Der Ausgleich der CO2-Emissionen erfolgt durch ein international anerkanntes und zertifiziertes Kompensationsprojekt über die Klimaschutzstiftung. Zusätzlich fließt ein fester Betrag pro kompensierter Tonne CO2 in die Stabilisierung der heimischen Ökosysteme durch die Projekte von Bergwaldprojekt. Mit einem Betrag von 5 € werden ca. 2,8 m² durch Pflanzungen und Pflegemaßnahmen geschützt. Kontaktieren Sie uns gerne für weitere Informationen zu den Projekten und der Mittelverwendung.

Kontakt

Julia Kovar-Mühlhausen, Leiterin Kommunikation der Baden-Württemberg Stiftung.

Julia Kovar-Mühlhausen
Leiterin Klimaschutzstiftung
Tel +49 (0) 711 248 476-70
kovar@bwstiftung.de