Klimaschutz am Campus
Gebäude nachhaltig nutzen

Rund 40 % der Treibhausgas (THG)-Emissionen werden durch den Bau und den Betrieb von Gebäuden und Infrastruktur verursacht. Für einen wirksamen Klimaschutz müssen die THG-Emissionen im Gebäudebereich daher maßgeblich verringert werden. Die Klimaschutzstiftung hat eine Programmlinie Klimaschutz bei Bau, Wohnen und Gebäudenutzung eingerichtet, innerhalb derer zwischen 2022 bis 2024 jährlich Forschungsprogramme aufgelegt werden.

Darum geht es

Das erste Forschungsprogramm der Klimaschutzstiftung Klimaschutz am Campus: Gebäude nachhaltig nutzen richtet seinen Fokus auf Untersuchungen und Maßnahmen an Gebäuden von Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen in Baden-Württemberg. Die vier von einem Gutachtergremium ausgewählten Einrichtungen werden  dabei unterstützt, ihre Gebäude klimaschonender zu betreiben. Die Projekte starten im Frühjahr 2023 und sind auf zwei Jahre angelegt.

Das Programm zielt auf anwendungsnahe Forschungsansätze, die dazu beitragen, die THG- im Gebäudebestand von Wissenschaftseinrichtungen zu reduzieren. In den Projekten werden beispielsweise der Energieverbrauch von Labor- und Vorlesungsgebäuden untersucht, Einsparmaßnahmen durchgeführt und das Nutzerverhalten analysiert und bewertet. Die Ergebnisse aus den Projekten sind grundsätzlich auf andere Wissenschaftseinrichtungen übertragbar und werden im Anschluss an das Programm von der Klimaschutzstiftung zur Verfügung gestellt. Programm- und projektbegleitend sind Veranstaltungen geplant, die den Transfer gewährleisten sollen. Am 2. Mai 2023 hat das programmweite Auftakttreffen zur Vernetzung der Teilnehmenden und zum Austausch mit Stakeholdern stattgefunden.

Impressionen vom Auftakttreffen

Am 2. Mai fand das Auftakttreffen zum Programm am Campus in der Baden-Württemberg Stiftung statt. Rund 30 Teilnehmende informierten sich über die geförderten Projekte und tauschten sich über die Herausforderungen auf dem Weg zum klimaneutralen Campus sowie methodische Ansätze aus. Der Gastvortrag von Professor Harald Mandel (DHBW Stuttgart) gab Einblicke in die Aktivitäten der DHBW und gab Gedankenanstöße zum klimaneutralen Campus. Gruppenarbeiten, u. a. zu möglichen Transferkonzepten, vertieften den Austausch zwischen den WissenschaftlerInnen.

Kurzbeschreibung der geförderten Projekte

Universität Konstanz

Ziel ist es, die Einflussfaktoren auf die Effizienz und Akzeptanz von Einsparmaßnahmen an unterschiedlichen Campusstandorten zu ermitteln. Dabei wird zunächst der Energiebedarf verschiedener Gebäude erfasst und berechnet. Danach werden Maßnahmen zur Senkung der CO2- umgesetzt. In diesem Zusammenhang wird das Nutzerverhalten und die Akzeptanz der Maßnahmen erfasst.

Hochschule Esslingen

Das Projekt fokussiert auf Untersuchungen zur Versorgung von Büro- und Vorlesungsräumen mit Raumwärme. Durch Simulation und experimentelle Laborarbeit werden die benötigten Rahmeninformationen entwickelt und ein Modell aufgebaut. Dieses kommt dann in einer prototypischen Feldmessung in Büro- und Vorlesungsräumen der Hochschule zum Einsatz.

Hochschule für Forstwirtschaft Rottenburg

Das Zentrallabor der Hochschule wurde in Vorarbeiten als Großverbraucher von Strom und Wärme identifiziert. Daher ist es das Projektziel, Maßnahmen zu identifizieren, die den Energiebedarf von Laborgebäuden an Hochschulen nachhaltig und dauerhaft reduzieren. Es werden Ansätze entwickelt und umgesetzt, mit denen die Labormitarbeitenden zu energiebewusstem Verhalten bei der Nutzung von Laborräumen und -geräten motiviert werden. 

Hochschule für Technik, Stuttgart

Ziel ist eine beschleunigte Umsetzung klimarelevanter Maßnahmen an der HfT Stuttgart. Eigens entwickelte und marktgängige Sensorik wird zur Schwachstellenidentifikation und Effizienzsteigerung der vorhandenen PVT-Anlage sowie der Anpassung und Optimierung von Raumbelegungsplänen eingesetzt. Im Projekt werden beispielhafte und repräsentative Maßnahmen hin zu einem klimaneutralen Campus von der Planung bis zur Umsetzung beleuchtet und Lösungen zur Beschleunigung des Planungs- und Umsetzungsprozesses entwickelt und in einem Handlungsleitfaden festgehalten.

 

Kontakt

Irene Purschke, Referentin Forschung bei der Baden-Württemberg Stiftung.

Irene Purschke
Referentin Klimaschutzstiftung
Tel +49 (0) 711 248 476-69
purschke@bwstiftung.de